Bohemian Summer

Hallo ihr liebsten Zuckerschnuten!

Vorab: Es ist wieder Rums und dieses Mal wird der Beitrag lang!
Wer Daten zum abgebildeten Kleid haben möchte sollte einfach zum letzten Abschnitt runterscrollen… ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Lesen 💗

Ich möchte ein kleines bisschen was sagen zum Thema Stoffe vernähen und respektvollen Miteinander.

Meinen kleinen Blog gibt es seit dem 01.01.2016 und nachdem ich angefangen habe Beiträge zu schreiben und Beiträge von anderen durchzulesen und zu liken, bin ich nach ein paar Wochen endlich mal darauf gekommen meine Beiträge auch in Gruppen zu teilen, hachja… Warum ist mir das nicht schon eher in den Sinn gekommen, hab ich doch auch immer so tolle geteilte Beiträge dort gesehen? Ich bin manchmal einfach etwas dätschig

Ich runde mal auf und sage, meinen kleinen Blog gibt es seit guten 1,5 Jahren – wow, wo ist nur die Zeit hin?
Ich habe in diesen 1,5 Jahren total viel gelernt und ich hab das Glück (!), das unglaublich tolle Privileg, wunderschöne Stoffe vernähen zu dürfen. Ich habe mich, um dieses entgegengebrachte Vertrauen zurückzugeben, mit Fotografie befasst und auch in meine Fotoausrüstung investiert und versuche so schöne Fotos zu machen, wie es nur geht, um so meine Dankbarkeit auszudrücken Stoffe vernähen ist für mich nicht selbstverständlich, definitiv nicht. Es ist etwas Wunderschönes und ich kann dadurch mein Hobby finanzieren.

Ich bin gerne in meinen Teams und ich schätze dort das Vertrauen, das einem entgegengebracht wird und das freundliche und respektvolle Miteinander. Ebenso schätze ich die Werke anderer, was die Mädels alles nähen, soviel Liebe und Sinn für Details. Es gibt hier sooo viele zauberhafte Frauen, die sich so geniale Sachen nähen und dazu wunderschöne Fotos machen und natürlich auch ihre persönlichen Gedanken teilen. Ich finde das großartig, sich so zu vernetzen  Ich komme leider nicht immer dazu, alles zu liken oder zu kommentieren, aber ich geb mir Mühe 💗

Seit einem Jahr habe ich einen Shop unterstützt, der mir sehr am Herzen lag. Wobei das ein auf und ab war, es wurden Stoffe gezeigt, die ich vernähen sollte, die ich dann doch nicht bekam. Ich sollte nach Schnitten nähen, die sie verkaufte, nicht nach denen, die ich im Kopf hatte. Ich mag es nicht eingeengt zu werden, besonders nicht in meiner Kreativität, in meinem Hobby. Ich mag es nicht, wenn mir in diesem Bereich irgendwas vorgeschrieben wird wie z.B. „Näh das so und so und so so.“ Ist es nicht eher Sinn dieses Hobbys kreativ zu sein? Das ist doch gerade das Schöne daran, sich voll zu entfalten und seinen Gedanken und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen oder nicht?

Deswegen wurde mein Nähen weniger, bis die Chefin einlenkte und meinte, ich könne nach den Schnitten nähen, die ich möchte. Ich war total glücklich. Ich war damals mit meinem Blog noch so klein und hielt es weiterhin für ein großes Privileg.
Ich muss aber auch gestehen, dass ich seit dem einen wirklichen Gräuel dagegen hege, wenn mir irgendwer ein Schnittmuster vorschreiben will. Ich schlaf gern mal eine Nacht drüber, um über andere Vorschläge nachzudenken, aber das Genähte soll doch letztlich mir gefallen, oder? Schließlich möchte ich das ja auch tragen.

Ich nähte also wieder Beispiele für die Messen, die sie mitnahm und ausstellte und es pendelte sich ein. Bis sie mich vor ein paar Wochen fragte, ob ich nicht für sie arbeiten wolle. Sie bräuchte jemanden, der frischen Wind reinbrächte, neue Ideen lieferte und die Facebook-Seite betreute. „Oh wie toll!“ Ich hab sehr gern zugestimmt und wir wollten es erstmal drei Monate lang probieren. Ich schrieb Beiträge und stellte ein Designnähteam zusammen und koordinierte es. Wahrlich war es etwas beschwerlich, es gab hier und da etwas, was ich gern verbessert hätte vom Ablauf her, aber es war okay. Nach 1,5 Monaten meinte sie zu mir, dass ich die Beiträge nicht gut schrieb und sie mich vorzeitig kündigen möchte. Ich war total perplex. Ich bejahte das, denn es ging mir zu dem Zeitpunkt auch nicht gut und diese zusätzliche Arbeit war sehr zeitaufwendig. Aber würde man nicht normalweise erst zusammen besprechen, was man vielleicht besser machen könnte, als gleich zu kündigen?
Meine Nähkolleginnen waren etwas perplex, als ich ihnen das erzählte und konnten die Meinung meiner Ex-Chefin nicht teilen.
Gut, ich hätte mich verbessern können, ich bin schließlich kritikwürdig und ich schreibe viel, auf meinem Blog und im Studium, aber so? Macht man das so? Gleich alles Alte weg und alles neu, anstatt etwas, was nicht passt, anzusprechen und einem die Gelegenheit geben sich zu verbessern?

Die Ex-Chefin teilte mir mit, dass sie hoffte, dass es „wie vorher“ werden würde, wo ich nur Stoffe vernähe und das war mir recht. Ich dachte, wir trennten uns im Guten. Tja, falsch gedacht. Ist es heutzutage üblich wie ein Stück Seife ausgetauscht zu werden? Ist es üblich Versprechungen, die gemacht wurden zu revidieren mit den Worten „man gehöre ja nicht mehr ins Team.“? Ich war so sauer und wütend, nach einem Jahr zusammenarbeit. Es reicht mir.
Ich habe es in anderen Teams noch nie so erlebt, dass  man so behandelt wird, nicht in dieser Form. Klar gibt es Unstimmigkeit. In der Nähwelt ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen … Aber ich mag es so gerne inspiriert zu werden, mir die wunderschönen Klamotten anzusehen und zu denken „Hach wow, hat sie das wieder toll hinbekommen. Das steht ihr so verdammt gut! Den Schnitt muss ich auch mal ausprobieren“ oder „Wuah den Stoff brauch ich auch! 💗“

In anderen Teams gibt es auch immer ein nettes Wort zu den Ergebnissen, natürlich nicht nur zu meinen, sondern einfach zu allen. In einer netten Runde (und die gibt es wohl auch nicht überall) wird viel geliket, geschrieben, bestaunt und liebevolle Späßchen gemacht. Man lernt sich in solchen Runden kennen, es entstehen Freundschaften. So habe ich es kennen gelernt und diese Seite der Nähwelt schätze ich ungemein.

Ich möchte mit niemandem zusammen arbeiten, hinter dessen Arbeitsweise ich nicht stehe. Dabei steht der Umgangston natürlich ganz weit oben. Ich verstehe zum Beispiel auch Nähbloggerinnen nicht, die sich für was Besseres halten, nur weil sie bloggen!?

Hab ich da was nicht bekommen? 😀 und wenn meine Ex-Chefin meint lieber mit solchen Personen zusammenarbeiten zu wollen, okay. Aber ich muss das nicht und ich möchte das auch nicht. Hinter so einem Shop werde ich jetzt nicht mehr stehen, nicht mehr für ihn werben. Ich denke, dass die ein oder andere von euch das nachvollziehen kann.

Ich habe das großartige Glück in vielen wundervollen Teams zu sein. Ich habe sogar das Glück für manche Stoffe Gastnäher sein zu düfen und ich bin für alles so überaus Dankbar! Denn ohne diese Teams wäre letztlich mein Blog auch nicht das, was es heute ist.
Ohne die vielen lieben Mädels, die ich in den letzten 1,5 Jahren hab kennen lernen dürfen wäre mein Blog nicht das, was er heute ist.

Ich möchte also nun ganz liebe Worte an Manuela vom Stoffstern richten 💗
Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass ihr Aufruf kam, aber ich durfte aus ihrem wunderschönen beerefarbigen Uni-Jersey mir ein Maxikleid nähen. Dieser Farbton ist so wunderschön und fehlt noch in meinem Kleiderschrank
Was daran so besonders ist?
Ich bin soooo groß (ja, wirklich haha) und im Geschäft sind mir Maxikleider partout zu kurz. Dabei finde ich Maxikleider  so wahnsinnig schön, egal ob für große oder kleine Frauen. ich finde ja, dass sie uns allen stehen 💗

Ich habe mich auch an einen Schnitt gewagt, von dem ich nicht wusste, ob er mir überhaupt steht. Das Bohemian Summer von Lilabrombeerwölkchen. Ich hatte es mir letzten Sommer sofort gekauft und seitdem schlummerte es auf der Festplatte. Ich mag es total gern und ich werde es sicher noch öfter nähen
Das Kleid habe ich mit breiter, elastischer Spitze von Mut mit Stil verziert, das verleiht dem ganzen noch etwas Besonderes. Ich liebe es und ich freu mich schon so auf den Sommer, wenn ich es endlich tragen kann!

Schnitt: Bohemian Summer von Lilabrombeerwölkchen
Stoff: Uni-Jersey in Beere von Stoffstern
Spitze: Mut mit Stil
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