Schwache Momente

Moin ihr liebsten Zuckerschnütchen!

Ich hab gerade einen Nachhauseweg von 20 Minuten hinter mir, bei dem die Lütte nur geweint hat, weil sie so müde ist und nicht laufen wollte… Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mit einer solchen Situation derzeit nicht umgehen kann. Ich werde wütend, weil ich das Geheule nicht mehr hören kann. Ich werde verzweifelt, weil ich nicht weiß, wie damit umgehen soll. Ich fühl mich in diesen Momenten so hilflos, zornig und traurig.
Nein, auf dem Arm kann ich sie nicht nehmen, dafür war ich zu voll gepackt und sie ist mir einfach zu schwer…
Ich gehe schneller, weil ich es schnell hinter mich bringen will und weiß doch eigentlich, dass die Lütte das nicht schafft.
Sie schreit, ich schreie…

Es ist total schrecklich.
Ich will mir nicht auf der Nase rumtanzen lassen, will aber auch nicht die herzloseste Mutter aller Zeiten sein.
Ich will ihr zeigen, was in Ordnung ist und was nicht, höre aber nur Geschrei und ich komm dagegen dann einfach nicht an und weiß nicht mehr, was ich tun soll. Wenn sie nicht einmal hinhört, wenn ich mit ihr rede. Wenn sie nur noch brüllt und schreit und auch gar nicht zuhören will.
Am Wochenende war es einen Tag lang ganz extrem, sie hat mehrere Male versucht ihren Willen durchzusetzen und da ihr meine Antwort nicht gefiehl, hat sie das gesamte Equipment ihrer Spielzeugküche auf dem Boden verteilt. Als sie wollte, dass ich das wieder aufräume, hab ich verneint – da hat sie dann wieder eine Brüllattake bekommen.
Mit drei Jahren ist die Lütte echt anstregend und das schlimmste ist, dass sie einen sehr starken Willen und eine sehr gute Ausdauer hat. Das macht es besonders schwierig für mich.

Das fängt auch gerne schon morgens an, dann hat sie keine Lust die 100m zur Kita zu gehen und weint, ähm ja.
Wir kommen rein und sie will sich ihren Bolero ausziehen, ich sage „Nein, es ist noch zu kalt. Lass ihn bitte an.“ – Weinen
Sie soll sich die Schuhe anziehen – Weinen
Sie soll sich zu Hause die Schuhe ausziehen – Weinen

Ich könnte ewig so weiter machen… Ich bin aber froh, dass sie keinen Schnuller mehr braucht, dass es nur eine Horrornacht gab und dann war quasi Ruhe im Karton. Das ist jetzt nichtmal nen Monat her und sie fragt schon seit Wochen nicht mehr danach. Ich bin auch froh, dass sie sich so langsam mit der Toilette anfreundet und sich gern draufsetzt, auch wenn sie noch nix reinmacht. Aber hey, der Grundstein ist gelegt.

Ich liebe sie so abgöttisch. Meine kleine süße Wunschtraumtochter.
Auch wenn sie so brüllt, schreit, Sachen nach mir wirft … und wenn ich dann einen schwachen Moment habe und mir der Geduldsfaden reißt und sie auch anpflaume, dann tut es mir später total leid und ich endschuldige mich bei ihr, so wie eben. Wir liegen im Bett, zusammen gekuschelt.
„Ich hab dich lieb! Es tut mir leid, Süße. Es tut mir so leid. Wenn du so weinst, kann ich damit nicht immer gut umgehen.“ Schweigen
„Hast du mich lieb?“ Nein
„Bin ich deine Freudin?“ Nein
„Willst du kuscheln?“ Nein (wobei wir das ja gerade schon tun)
Okay, das hab ich verdient. Zum Glück weiß ich ja, dass die Welt morgen schon wieder anders aussieht 💗

2 Gedanken zu „Schwache Momente

  1. Sei nicht so streng mit dir! Was du schreibst, kann jede Mutter nachfühlen. Ich glaube jede von uns kennt es, so zu reagieren. Mann kann sich nicht immer komplett unter Kontrolle haben und im größten Stress noch einfühlsam bleiben. Wichtig ist, wie du es ja auch schreibst, dazu zu stehen, sich zu entschuldigen und den Kindern deutlich zu machen, dass man sie trotzdem IMMER liebt. Ist doch nur gut, wenn Kinder von Anfang an lernen, dass niemand perfekt ist, nicht mal Mama. Kopf hoch, du bist trotzdem eine gute Mutter! Lg Kathi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.