Wehmutstropfen

In mir als Mama gibt es im Laufe der Tage, Wochen und Monate so manche Gedanken voll von Wehmut. Das geht wahrscheinlich jeder Mutter so.
Ich bin erst seit 21 Monaten Mama und jedes Mal, wenn es so einen kleinen Abschied gibt, werde ich sehr wehmütig.

Ich habe es geliebt meine Lütte zu tragen, ich hab sie fast nur getragen, immer. Ich habe sie in mein Tragetuch gebunden und hab sie immer ganz nah bei mir gehabt, so ging das tagein, tagaus. Allerdings war meine kleine Traumtochter sehr schnell sehr groß und leider auch sehr schwer. Da ich recht schlank bin und mein Rücken im P* ist ging das nicht lange gut. Dann wollte ich sie nicht mehr vorne im Tuch tragen, sondern gerne hinten auf dem Rücken. Also bin ich wieder zu meiner allerliebsten Trageberaterin Eva Wenger gegangen und wir haben getestet… und probiert… ich wollte doch das Tuch! Nein… die Lütte auf dem Rücken aber nicht. So kam ich zur Trage emaibaby. Ich habe es geliebt, doch auch auf dem Rücken habe ich das Gewicht von stolzen 11 kg für 12 Monate gemerkt. Ich hab sie also nicht lange auf dem Rücken getragen. Sie ist seither ein Buggykind und mittlerweile läuft sie ja auch, mal mehr … im Schneeanzug eher weniger.
Ich habe um mir die Trage leisten zu können meine beiden heißgeliebten Tragetücher verkauft.
Das war der erste richtig dolle Wehmutstropfen den ich hatte … Tragetuch ist vorbei.

 

Den zweiten richtig dollen Wehmutstropfen hatte ich vor ein paar Wochen, es ist noch nicht lange her. Ich gehöre zu den wenigen Mamas, die ihr Kind über das erste Lebensjahr hinaus gestillt haben und darauf bin ich sehr stolz; sehr, sehr stolz. Mal abgesehen davon, dass sie das ganze erste Jahr eh nichts essen wollte, fand ich es wichtig ihr auch weiterhin Muttermilch zu geben für Abwehrkräfte, vorbeugend gegen Allergien, etc. Doch irgendwann und das war vor wenigen Wochen, wollte ich mich wieder ein Stück mehr für mich sein und ich wollte nicht die einzige sein, die sie ins Bett bringt oder nachts beruhigen kann. Schließlich wohnen wir jetzt wieder in der Nähe meiner Familie und da kann ja auch mal jemand anders sie ins Bettchen bringen!?
Ich wollte etwas losgelöster sein, doch ich hatte Angst. Ich war so im Zwiespalt, ich fühlte mich sogar schuldig abstillen zu wollen, weil ich meiner Kleinen damit ihre Muttermilch vorenthielt. Nicht falsch verstehen, ich hab sie nicht mehr vollgestillt, nur noch abends beim zu Bett bringen und nachts. Aber irgendwie fing ich an mich etwas unwohl und ungeduldig zu fühlen.
Wochen vorher hatte ich probiert ihr nachts die Wasserflasche anzubieten, das Geheul war groß und auf diesen Stress hatte ich keine Lust.
Hey – ich bin alleinerziehend, ich versuche mir so wenig Stress zu machen, wie es nur geht, bzw. wenn sich Stress vermeiden lässt, dann vermeid ich ihn gerne.
Ich hatte diesen perfekten Gedanken, dass ich sie noch bis zum zweiten Geburtstag stille und dann langsam aufhöre oder dass ich es ihr überlasse, wenn sie nicht mehr will, dass sie sich quasi selbst abstillt. Aber das beides schien mir noch so lange hin zu sein.
Naja, ich hab dann meinen Rappel bekommen und mit beruhigendem Zuspruch meiner Mama (danke für dein stetig offenes Ohr ♡ du findest immer die passenden Worte) und einer lieben Freundin (danke für deine Geduld und Tipps zu später Stund) ging es dann irgendwie doch ganz schnell, abrupt und unkompliziert und meine kleine Wunschtraumtochter akzeptierte es dann auch plötzlich! Huch? Die Chance nutzte ich und sie hat das so beispielslos mitgemacht, dass ich richtig stolz auf sie bin … aber auch wehmütig. Wieder ist ein ganz besonderer Teil des Mama-seins vorbei. Adé Stillzeit.
Und ich weiß, dass noch viele dieser wehmütigen Momente folgen werden und denke mir „Kann mein kleines süßes Monsterchen nicht immer so klein bleiben?“ und ihre Tante sagt „Nein! Sie geht ja schon bald in die Schule!“
Arghs, an sowas will ich ja noch gar nicht denken!

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